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Im April 2006

Sisyphosarbeit

20. April 2006 um 13:13 von

Wenn ich mit Freunden spreche ist Arbeit oft das zentrale Thema. Viele sind arbeitslos oder hangeln sich von einem Job zum anderen. Bei denen die einen festen Job haben machen sich beinahe täglich Sorgen und Zukunftsängste breit, wie sie dem Arbeitgeber gegenüber einfachste Ansprüche vertreten sollen ohne den Kürzeren zu ziehen und wegen Nichtigkeiten gekündigt zu werden. Absteigen in den Hartz-4-Außenseitergesellschaftsbelastersumpf, gedemütig und verwaltet von einer großen Anzahl Menschen und einem Haufen Geld. Bei anderen kristallisiert sich die unangenehme Erkenntnis heraus, daß nicht einmal ein ehemals, gut bezahlter Job in exaltierter Position hilft erneut in einer Festanstellung zu finden. Die wenigstens sind zufrieden und sehen sich noch in Jahren den gleichen Job machen. Heutzutage weiß man ja nie. Früher wußte man es allerdings auch nie, aber es gab da wenigstens eine Ahnung, sowas wie Zuversicht.

Es ist schon ein Kreuz mit der Arbeit: willkommen im Arbeiten-Leben-Karussell.

Da fühlt sich für mich der Drang zur Wiederherstellung der Vollbeschäftigung falsch und völlig rückständig an. Die großen Parteien ganz vorne mit dabei drängen dort absolut umsonst hin. Ich will keine Sicherung der bestehenden Systeme und keine Wirtschaftswunderlebensart wie vor 40 Jahren, erzwungen mit all unserer (auch finanziellen) Kraft. Sicherung ist Rückschritt. Sicherung verbittert den Charakter. Ich will, daß das System unsere heutige Lebensart wiederspiegelt und unsere (baldigen) Errungenschaften nicht links liegen läßt. Keinesfalls will ich (andersum) mich dem System anpassen müssen, mich reinzwängen und drei Jobs machen, nur um der Arbeit willen mich kirre machen, weil die Kohle fließen muß. Ich will persönliches Wachstum, nicht stupide Anpassungsverstümmelung. Ich will Respekt, Vertrauen, Bestätigung.

Ist Arbeitslosigkeit wirklich eins unserer größten Problem?
Ja: solange Arbeit in ihrer momentanen Form und Empfindung nicht als Problem erkannt wird.
Ja aber: was geht denn zur Zeit? Was ist das Ziel, was ist die gesellschaftliche Errungenschaft? Alle am Arbeiten? Das höchste Gut? Ha! Nicht in Echt, oder?

Und jetzt? Freiheit von der Vollbeschäftigung? Star-Trek-Arbeit? Das Recht auf Einkommen statt das Recht auf Arbeit? Keine Angst mehr, nur noch Mut und Menschlichkeit? Den Blick nach vorne gerichtet? Hin zu den hart erarbeiteten Errungenschaften einer hoffentlich stets fortschreitenden Zivilisation? Neue Haltung? Neue Kraft? Neues Handeln? Neue Würde? Neue Zuversicht? Warum den schweren Weg gehen oder den faulen, wenn es einen einfachen gibt. Dieser schwere Weg der Vollbeschäftigung schmeckt mir zu sehr nach Sisyphosarbeit.

Ein Glück gibt es neue, andere Ansätze, Ideen, Aktionen. Ich finde die Initiative von Götz Werner, seines Zeichens Chef vom DM-Drogeriemarkt, einen Blick, einen Gedanken, ein Lächeln und ein neues CSS (wer bauts und schickts ihm?) wert. Ähnliche Ansätze (Wir sind die Wirtschaft!) findet man auch bei Timothy Speed – zumindest deshalb interessant, weils ein Altersgenosse ist, der sehr wahrscheinliche das gleiche Generationsbrainwashing hat erfahren dürfen. Und selbst Bill Clinton bringt schon Ken Wilber´s ”A Theory of Everything” mit ins Spiel wenns um zukünftige gesellschaftliche und wirtschaftliche Errungenschaften geht.

Es ist an der Zeit Arbeit den richtigen Platz zuzuweisen.

Das Kuckucks-Ei im Keks

19. April 2006 um 13:16 von

Hergestellt in einem Betrieb in dem auch Ei verwendet wird

Der Keks der beim Thai zum Zitronengrass-Tee gereicht wird enthält nur Weizen und Soja (genmanipuliertes Soja vermutlich). Der Vermerk “Hergestellt in einem Betrieb, in dem auch Ei verwendet wird” sagt für mich in etwa soviel aus wie “Gesehen in einem Restaurant in dem auch gelächelt wird” oder “Entdeckt in einer Welt in der auch gefurzt wird”. Offensichtlich bin ich nicht der Einzige der diesen Keks-Hinweis für einen modernen Haiku hält.

Hinweis: Getippt in einer Wohnung in der auch aufs Klo gegangen wird.

Ein Heartbreaking Werk of umwerfender Genius

19. April 2006 um 09:37 von

Dave Eggers - Ein Heartbreaking Werk of umwerfender Genius

In meiner Offlinezeit fand ich seit langem mal wieder die Muse ein Buch zu lesen. Glücklicherweise hatte ich das herzzerreißende Werk von umwerfender Genialität von Dave Eggers zu Weihnachten geschenkt bekommen. So ungefähr nach der Hälfte kam mir die Idee die deutsche Ausgabe wegzulegen, und von nun an im englischen Original von Gefährtin T weiterzulesen. Cross-Reading also. Es ist ein tolles Buch über die Gefühlslage unserer Generation (X) - von einem Autor aus unserer Generation (X). Dave Eggers Autobiographie (Ja, es ist eine wahre Geschichte!) erinnert manchmal etwas an die Geschichten von Douglas Coupland, ist aber doch emotionaler, weniger nüchtern und lebendiger. Es ist eine Lebensgeschichte über das Erwachsenwerden, Bruderliebe, Kalifornien, Tagträume, Paranoia, Frisbee und den Tod. Manchmal traurig und rührend aber aus dem entsprechenden Blickwinkel auch immer sehr lustig – so wie das Leben eben.

Ach ja: es ist sowohl in Deutsch als auch in Englisch sehr lesenswert.

Street Betteling

18. April 2006 um 13:19 von

Ich bin wieder aus meinem 2-Wochen-Offline-Exil zurück.
Es war schön. Aber hier kein Rückblick, sondern das Leben in der Gegenwart.

Hier wurde ja schon mehrfach (1, 2, 3) über den beginnenden Frühling geschrieben, aber Leute - ich sage euch, heute habe ich den ultimativen Hinweis auf den Frühling entdeckt: Die unglaublich mittelmäßigen und Bettel-aggresiven Strassenmusiker spielen sich mit ihren Standardsongs schon jetzt bei mir in Ungnade. Vereinzelt wäre das ja zu tolerieren, aber beim Arbeiten am offenen Fenster muss ich das bei der lokalen Kneipendichte in Heavy Rotation ertragen. Argh! Es gibt doch auch gute Strassenmusik.

Hefezopfbelehrung

15. April 2006 um 12:16 von

Oben richtig! Unten falsch!

Oben können sie einen richtig und unten einen vollkommen falsch mit Butter bestrichenen Hefezopf erkennen. Ich bitte sie nachdrücklich:

  • Nutzen sie immer die größtmögliche Fläche für die Butter.
  • Drehen sie den Hefezopf auf die richtige Seiten.
  • Machen sie sich auf keinen Fall extra unglücklich.

Das letzte Abendmahl (mit Blut Jesu)

Am 13. April 2006 ab 22:00 (empfohlen von )

Wie nett – mit lecker Hostie:

schönwetter und nelsonundmendela präsentieren

Ich hab eine mit Brille! Die si ja viel cooler!

DAS LETZTE ABENDMAHL

am gründonnerstag 13.4.06 IM SCHÖNWETTER am Mauerpark
http://www.nelsonundmandela.de/dlm.mov

LINEUP

22.00 Uhr – 01.00Uhr  chris.lattner (pulseradio.net / schallschnelle)
01.00 Uhr – 02.00 Uhr MENTO$ANTOS live (M$S)
02.00 Uhr – 04.00 Uhr o.deutschmann aka bling bling (o.d.- music)
04.00 Uhr   bis aus /// alexanderexpander (johr-groove-records)
special guest /// > hightower

special drink > das blut jesu /// glas 2 Euro

Bei vorlage der schönwetter hostie eintritt 1Euro
ohne hostie 3 Euro //

erscheinen sie sonst weinen sie!!!!!

liebe grüsse /// euer jaques

 

PopPix 003 – Life

13. April 2006 um 18:58 von

And it makes me float free to feel how small my life must be.

“And it makes me float free to feel how small my life must be…”
(Lamb - aus “Small” vom Album “What sound”, 2001)

Süße Osterhasen

13. April 2006 um 14:34 von

Osterhasen!

Und wenn wir schon dabei sind – so kurz vor Schluß – noch ein lecker Osterhasi-Rezept aus meinem Geheimkochbuch, das eigentlich nur aus losen, wild bekritzelten Zetteln und Outlook-Notizen besteht:

  • 850g Mehl
  • 30 g Hefe
  • 3/8 l Milch
  • 150 g Butter
  • 3 Eier
  • 180 g Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • Schale einer unbehandelte Zitrone (Abreiben)
  • 100 g Korinthen (für die Augen)
  • 1 Eigelb (zum Bestreichen)
  • Hasenform als Vorlage (am besten pro Bäcker eine)

Der Teig ist eigentlich ein klassischer schwäbischer Hefezopfteig. Aus dem Mehl, der Hefe und der lauwarmen Milch macht man den Teig und läßt ihn gut aufgehen. Danach macht man die restlichen auf (bis max. 45°) erwärmten Zutaten rein und arbeitet den Teig nochmals gut durch, wellt ihn aus, schneidet mit einem Messer die Hasen aus (nimm die Form als Vorlage), legt sie aufs Blech, läßt sie nochmals kurz (10-15 min oder so) gehen, streicht das Eigelb drauf und drückt ne Korinthe als Auge rein, dann ab in den Ofen bei 180-200° bis sie wirklich schön hellbraun aufgegangen sind (ca. 30-40 min). Fertig.

Extrem lecker schmecken die Hasen mit viel Butter drauf und dazu nem Riesentopf heißer Schokomilch zum Eintunken. Aus rein nostaligischen Gründen empfehle ich dafür Süßrahmbutter und mehrere Eßlöffel Suchard Express pro Tasse.


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