Grundbedürfnis
Wenn ich in irgendwelchen Bahnhöfen in der Stadt mal pissen muss, geht mir der Kapitalismus eindeutig eine Spur zu weit: Dann stehe ich da vor einem „WC Center“ wo man mich für meine Notdurft Geld bezahlen lässt. Es ist eine verdammte Notwendigkeit, dass mein Körper luftiges, flüssiges und festes Material ausscheiden muss, und dass ich für diese Unausweichlichkeit dann bezahlen muss, geht mir gewaltig auf die Eier. Hier mag der Einwand kommen, dass man ja auch für die Grundbedürfnisse Essen und Trinken Geld bezahlen muss. Und das stimmt: Es ist prinzipiell das Gleiche, aber die Tatsache für mein dringendes Pinkeln Geld zu verlangen erscheint mir noch viel unangemessener und unverschämter!

Vermutlich weil man auf dem Land dann einfach einen Baum suchen könnte, oder am Strand zwischen die Sanddünen scheisst. Aber am Hamburger Bahnhof?! Für mich sind diese WC Center absurde Wegelagerer. Fehlt nur noch, dass ich für jeden Atemzug bezahlen muss, Micropayment über die Handyrechnung oder so… Jedenfalls komme ich auch mit dem Phänomen der Klofrauen und –Männer aus oben genanntem Grund nicht zurecht. Ich kann einfach das zugrunde liegende Prinzip der Entleerung nur gegen Geld nicht begreifen. Liegt vermutlich daran, dass ich auf dem Land aufgewachsen bin… Jedenfalls halte ich es nicht für abwegig, dass ich irgendwann aus Wut mal an das kostenpflichtige Drehkreuz eines WC Centers pisse. Oder eben gleich in die Grünpflanze neben der Klofrau.







10. Januar 2008 um 00:06
hey mac,
sagst du mir bescheid, bevor du das machst?
ich würde dann hinkommen!
10. Januar 2008 um 00:11
Von irgendwas müssen die Wcs aber auch bezahlt und auf Dauer finanziert werden. Allerdings finde ich diese Schranken, die sich erst nach Einwurf der Kohle öffnen auch ätzend. Klofrau find ich ok, wer will gibt was und wer nicht will eben nicht. Meist verdienen die damit schon ganz gut. Ich würd sagen, scheiß drauf ;-)
10. Januar 2008 um 00:57
Tipp: Am Hamburger Bahnhof gibt es eigentlich immer nen Zug der noch einige Minuten steht. So geht es auch umsonst, ohne sich einen Baum suchen zu müssen.
10. Januar 2008 um 01:17
Ist es dem Regenschirmprinzip zuzurechnen dass auch ich noch niemals Münzen in der Tasche hatte, wenn man mal dringend irgendwo auf der Autobahn musste – ich aber werktags in fast jedem beschissenen Laden Kupfer und anderes unnützes Metall tonnenweise in den Sack geworfen bekomme?
@Mac: Scheinbar bin ich noch immer “Berliner”, wie ist es anders zu erklären dass ich bei Hamburger Bahnhof erst an ein Museum als an ein Bahnhof dachte.
10. Januar 2008 um 09:29
Der Traum eines jeden Musikproduzenten, wahr geworden in der Form eines Bahnhofsklos: Endlich mal aus Scheiße Geld machen!
10. Januar 2008 um 09:36
sieht ja aus wie wegrationalisierung einer bis dato noch massivst ausgepressten, schwarzarbeitenden klofrau. und ja – aitsch: vermutlich gehts gar nicht ums geld verdienen, sondern nur darum die falschen drücker auszugrenzen…
10. Januar 2008 um 09:43
@ dflyer:
das is ja mal ein super argument: ‘Von irgendwas müssen die Wcs aber auch bezahlt und auf Dauer finanziert werden’
jahaha: das sticht sticht sticht!
aua!
10. Januar 2008 um 09:47
@ dirk:
vermutlich geht es nicht ums geld verdienen? und von was traeumst du nachts?! hihihi! die aitsch-druecker sind eh ausgegrenzt und wer die kohle fuern schuss hat hat auch noch die kohle fuern kapitalistenklo! ‘ey haste mir mal n euro fuers scheisshaus ich muss mir n schuss setzen!’ ich find ja: es gehoeren x-tra raeume -natuerlich gratis- fuer die aitsch-druecker her!
10. Januar 2008 um 11:29
Ich bin ja sonst der letzte, der nach dem Staat ruft – Also wirklich jetzt. Aber hier wäre staatlicher Einsatz angebracht: Kostenlose Ausübung der Grunsbedürfnisse für alle Bürger! Pissen und Scheissen für umme, immer und überall! Flächendeckende kostenlose Toiletten!
Wie machen das denn die ganzen Obdachlosen eigentlich?!
10. Januar 2008 um 12:23
Als überzeugter Heimscheisser interessiert mich nur das eine: öffentlich Pissen.
Und da sage ich auch: JA SPINNEN DENN DIE?
Wenn immer ich solche WC-Center schon von weitem sehe, gehe ich um die Ecke und pinkel’ an das Haus. Dabei ist mir egal, ob mehrere Familien droben gerade picknicken oder schlafende LKW-Fahrer mir auf’s Glied starren – ich piss denen an die Hütte!
WC-Center, iwülldiwatt!
10. Januar 2008 um 12:56
@MC winkel: find ick jutti! weiter so!
@maC: kannste dir erinnern? frueher hiess sowas ‘oeffentliche toilette’ und war immer fuer umme! also nee echt da bin ich och hardcore: wenn schon pinkeln und kacken profit hecken muss dann stimmt einfach was nicht! vor allem: wie wurde es denn frueher finanziert?! …und kaum ist es privatisiert sinds dann och nich 10cent oder so nein bis zu 1,50 zig eurodollar! ne sorry so devot kann man nich sein um das in ordnung zu finden! wenn die DB (ueberhaupt bei den fahrpreisen!) n bahnhof betreibt dann mussn klo fuer umme einfach drinne sein! sollnse auf die computer und maschinen basierten superdinger verzichten und fuer das geld ne klofrau/klomann angagieren und gut ist!
10. Januar 2008 um 13:23
@ MC Winkel: Wenn ich auf diesen Beitrag keinen Kommentar von dir bekommen hätte, dann hätte ich Dataloo sofort dicht gemacht…
10. Januar 2008 um 15:46
@ m.a.c.k.e. hier hast ein Pflaster, dann tuts nicht mehr weh *rübereich* ;-)
11. Januar 2008 um 10:12
@ dflyer: blutung gestillt! alles wieder gut! ich reagiere eben mit einer allergie gegen diesen spruch von wegen ‘muss ja auch finanziert werden’! kein wunder bei 20 000 000 000 (zwanzig milliarden = zwanzigtausend millionen!) eurodollar die toitschlant fuer 150 eurofighter ausgegeben hat… ja die haben wir ‘auch finanziert’!
11. Januar 2008 um 13:13
kennt einer von euch die alte dunkelgrüne kostenfreie öffentliche toilette am senefelder platz? die ist noch nicht ver”wall”t…
@mcpinkel: .. und – yep! – ganz wie für dich gemacht….
11. Januar 2008 um 14:10
@dirXn: yesss: ick kenn die! (basic-design: ohne computer ohne motor ohne automatiktuer und sonstigen kosten- und wartungsintensiven schnickschnack!) sehr huebsches teil das! …und wirklich noch keine spur ver’wall’t!!! dafuer ‘orginal berlin’ und alt!
11. Januar 2008 um 21:43
Heisser Tipp für alle WC-Sparfüchse, die demnächst im Sommer einen Münchenbesuch planen. Augustinerbiergarten, Haupteingang: Da steht ein kleines Open-Air-Urinal mit dem treffenden Namen “Befreiungshalle”. Urinalbesuch absolut gratis!
PS: Der Link auf meinem Namen lotst euch zum Toilettenreiseführer mit ein paar visuellen Eindrücken vom Objekt der Begierde
12. Januar 2008 um 14:06
@MC Winkel
Sowas nenn ich Asozial!
Das mit den Schranken is ein bissl überzogen. Dnnoch find ích es ok wenn man zur Benutzung einer Toilette einen kleinen Beitrag dazu steuert.
Oder wer von euch macht die Klos nach seiner Notdurft sauber?
Die Frauen und Männer die diese unangenehme Arbeit verrichten müssen auch bezahlt werden. Vorallem wenn diese regelmäßi reinigen.
Und wenn man einer Toilettenfrau die vorm Klo sitzt nen Euro gibt, der wird net daran sterben.
14. Januar 2008 um 12:05
Naja, die Klofrauen kriegen auch nur einen minmales Festgehalt, was man reinwirft kriegen nicht die Damen die putzen, sondern ihre Chefs, so sieht´s leider aus….
20. Januar 2008 um 22:49
denkt eigentlich mal jemand an frauen wie mich mit blasen, die jede halbe stunde müssen? soll ich den frosch vor der klofrau machen? und davon abgesehen: warum gibts eigentlich so wenige klozuhälter äh -männer? von den schlangen vor den frauenklos will ich gar nicht erst anfangen …
pissen ist ungerecht.
10. Februar 2008 um 14:58
sieht irgendwie grußelig aus der eingang zu toilette – ob man da drinnen dann vielleicht – geköpft wird!? … bisschen angst hätte ich schon!