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Vorsicht Trash

90 Minuten auf Chatroulette

17. Februar 2010 um 20:52 von mac

Bei René habe ich vorgestern zum ersten Mal von Chatroulette gelesen. Chatroulette ist ein Service, der zufällig zwei teilnehmende Menschen miteinander via Video-, Audio- und Tastatur-Chat verbindet. Man drückt auf ”Play” und schon ist man mit irgendeinem Menschen aus irgendeinem Ort der Welt verbunden. Wenn man selbst oder der Gesprächspartner (”Stranger”) keine Lust mehr hat, drückt man ”Next” und wird mit einem zufälligen anderen Menschen verbunden. Klingt sehr simpel und gerade deswegen auch ziemlich genial.

Ich hab mich dann mal eingelogged. Aber ohne das eigene Videobild preiszugeben, klicken dich alle Strangers nach ca. 0,5 Sekunden weg. Der erste Test war also schnell beendet. Heute habe ich eine alte USB-Webcam im Schrank gefunden und um 18 Uhr einen zweiten Test mit Bild und Ton gestartet.

Irgendwelche Kids beleidigen mich. Mittelfinger. ”Loser!”, ”faaaaaat!” Da müssen also irgendwelche Aggressionen raus. Ich hab nur gelacht und *zapp* waren sie wieder weg. Ist Chatroulette der Klingelstreich 2.0: Beleidigen, solange man dem Gegenüber standhalten kann und dann ”Next” drücken? Ich bin plötzlich in einem biederen Wohnzimmer mit 4 Jugendlichen, die auf einem anderen Monitor schlechte Musikvideos schauen. Wir checken die Sprache aus: Englisch?! A petit peu… Ich bin in Marokko und man erklärt mir, Chatroulette wäre eine „Pervert Site“. Aha, deswegen die ganzen Schwänze von exhibitionistischen Herren. *zapp* Ein Junge in einer Darth Vader Maske scheppert „I am your Father!“ Ich breche in Lachen aus. Der Junge findet das lustig, aber er hat leider nicht viel mehr zu sagen. Next. Schon wieder gelangweilte Asiaten, die in pilotensitzartigen Sesseln im Internetcafe sitzen. Und wie die meisten Asiaten tragen sie Kopfhörer und verstehen kein Englisch. Schwierige Kommunikation mit Händen und gebrochenen Chat-Fetzen („funy“, „whre?“…). Es ist 18:30 und es sind mehr als 26.000 User auf Chatroulette eingelogged. Die meisten haben Kommunikationshemmungen. Viele sehen traurig und einsam aus, manche aber auch lustig mit Perücken, Masken und wilden Sonnenbrillen. Die meisten Mädels klicken mich sofort weg, die meisten gesichtslosen Schwänze zum Glück auch. 3 Lustige Japaner, die kein Wort verstehen, aber nett winken. Ich winke zurück. Next. 2 französische Paare in Paris, die in einem Raum Zigaretten rauchen. Wir reden etwas über Paris, Berlin und Südfrankreich. Jetzt bin ich schon 45 Minuten auf Chatroulette.

Kids, die ich für jünger als Mitte zwanzig halte, klicke ich sofort weg. Masturbierende alte Säcke auch. Ein Amerikaner sagt mir „cut your hair“ und klickt mich weg. Diesen Satz höre ich schon zum zweiten Mal. Ich will mich endlich mal mit Frauen unterhalten, um rauszufinden, warum sie denn hier sind. Aber alle klicken mich sofort weg. Mit Cheap Thrills fange ich an, Aufmerksamkeit zu generieren: Ich headbange, bewege meinen Kopf ruckartig in die Webcam und wieder weg (Ray Cokes Style) und suche lustige Objekte auf dem Tisch, die ich in die Kamera halten kann. 18:50 – Nur noch 10 Minuten, dann ist die geplante Stunde um. Ich sehe zwei jugendliche Paare, vielleicht Anfang 20. Der eine Typ fummelt seiner Freundin in Brusthöhe auf dem Shirt rum. Das Mädel fragt mich „do you want a strip?“. Ich sage ihr „if you’re an exhibitionist – go on”. Alle lachen. Niemand zieht sich aus. Wir quatschen noch ein bisschen, bis man mich irgendwann wegklickt. Oder hab ich sie weggeklickt?! In Chatroulette geht alles sehr schnell. Ich habe das Gefühl, diese Art der Kommunikation lässt einen noch einsamer werden. Irgendwie nervt das. Irgendwie macht es aber auch süchtig. 19:15 – Ich habe bereits überzogen. Ich lege einen Countdown fest und gebe mir noch 10 Strangers. Schwanz. Schwanz. „Paper Man“: Ein Typ mit einer Papiermaske, auf der „I am paper man – do you like me: Yes or No“ steht. Ich tippe „Yes“. Er erzählt mir, er sei ein Superhero. Der Vorletzte ist dann Tom, mit dem ich die einzige normale Unterhaltung in Chatroulette habe. Er lebt in Kalifornien und ist total aufgeregt, weil er nach der Arbeit ein Blind-Date mit einer Tamara hat. Im Hintergrund sehe ich Kinderzeichnungen an der Wand. Von seiner 7-jährigen Tochter sagt er. Wir reden noch über den Wahnsinn in Chatroulette und freuen uns beide, dass man auch normale Menschen hier treffen kann. Im Anschluss habe ich meine Notizen aus dem Textfile in diesen Text gegossen.

Aus der geplanten Stunde wurden also 90 Minuten. Es war irgendwie traurig und melancholisch, aber auch bunt und spannend wie das Leben (allerdings mit deutlich höherem FKK-Anteil). Die anarchische Radikalität von Chatroulette nervt und fasziniert mich gleichermaßen. Ich werde es als Party-Bookmark im Browser behalten und vielleicht irgendwann mal wieder „Next“ klicken.

See for yourself: Chatroulette

Did you watch … Spiegel Online?

2. Februar 2010 um 22:18 von dirk

Wir recherchieren mal schnell… Momentchen.

Hab mir ein paar neue Platten gekauft!

9. September 2009 um 21:21 von mac

cover02
Die argentinischen Cuis haben mit ihrer inzwischen dritten Veröffentlichung “As they fly by” endlich ihre innere Stimme gefunden: Nämlich eine erfrischend neue Mischung aus Rap und Postcore-Punk! Das Albumcover zeigt den Großvater des Gitarristen: Joe Hepfield, ein US-Air-Force Piloten der in den letzten 7 Jahren ein eigenes Fluggefährt entwickelt hat, mit dem er -nach eigenen Angaben- zum Mond fliegen möchte, um den X-Prize zu erhalten. So abgehoben wie dieser Traum des erfinderischen Piloten klingen auch die 11 Songs auf “As they fly by”.
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Nach ihrem hochgejubelten Debüt “Fuck it!” ist es jahrelang ruhig geworden um die rauen Grindcore-Jungs der Formation “1992 Windsor Castle Fire”. Aus gutem Grunde wie es scheint: Man hat die Zeit gebraucht um sich nach dem unerwarteten Erfolg zu sammeln und neu zu definieren. So erscheint pünktlich zum 5 jährigen Bandjubiläum das neue Konzeptalbum “one’s courage” mit 9 Soundjuwelen zwischen Mathcore und Dashboard Metall. Das Cover ziert der Pub ihrer Heimatstadt Leeds in dem die Band für Freunde eine Record Release Party veranstaltete. Glücklicherweise zeigt das Foto den Pub vor der Party, denn das Lokal wurde durch die Band nach dem Konzert bis auf die Grundmauern niedergebrannt – Zeitgemäßer Rock’n'roll eben!
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cover01
Entspannter Biker-Rock aus Quebec mit feingliedrigem Gesang in Französisch und Englisch. Der Albumtitel ist scheinbar ironisch gewählt, da man sich mit diesem neuen Longplayer eindeutig vom Kommerz und dem Mainstream abgrenzen möchte. Trotzdem wird “Doing everything for Money” seine Hörer finden. Vermutlich in den Einöden Kanadas.
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Das Live-Album von W. Hottenrott zeigt die weichen und harten Seiten des modernen Barden. Aufgenommen auf seiner letzten Japan-Tour im Jahre 2008 versammelt es Stücke für die sich Jack Johnson und Jose Gonzales mindestens je eine Hand abhacken würden. Gefragt nach der Inspirationsquelle seiner Songs verweist Wolfgang gerne darauf, dass ihm die Texte und Songstrukturen auf dem Klo einfallen – Diese Örtlichkeit hört man den urbanen Liedern allerdings überhaupt nicht an. 5 von 5 Sternen!
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Das ist natürlich alles nur Quatsch und die Platten existieren überhaupt nicht.
Ich fand die Idee des Cover Meme so toll, dass ich einfach mal ein paar Plattencover nach den Regeln der De-Bug zusammengebastelt habe. Und um diesen amüsanten Zeitvertreib hier zu veröffentlichen, hab ich dazu noch ein paar Fake-Kurzkritiken zusammengetippt. Alles nur für euch! Der wahre Grund für diesen Eintrag ist natürlich mal wieder Prokrastination: Ich hätte echt wichtige Dinge zu tun, aber es machte einfach mehr Spass hier so ‘nen Blödsinn entgegen dem Effizenzgedanken zu tun. Cheers!

Foto-Credits: cell105, divemasterking2000, access.denied & Jamiecat *

Frisbee Entführung

30. Mai 2009 um 13:08 von mac

Nachdem ich letzte Woche bei Freunden auf dem Land eine Frisbee vergessen habe, kam heute Post.

Frisbee Entführung

Fernweh

26. Mai 2009 um 22:42 von mac

Ich mag dieses Bild von nomadisierenden Westentaschen-Philosophen, die durch die schäbigen Fenster eines billigen Hotels auf das Meer schielen, und nebenher Gedanken von kristalliner Reinheit auf ihren Schreibmaschinen, oder von mir aus auch Laptops, tippen. Die pure Essenz des Lebens die sich erst erfühlen lässt, wenn man sich ohne Rückzugmöglichkeit dem Augenblick an den Hals schmeißt. Die unendliche Anzahl an bereichernden Begegnungen, die vielleicht in der nächsten Bar oder auf der Straße oder wer weiss wo auf einen lauern könnten. Oder die tiefen Einsichten die sich beim meditativen Blick ins Meer wie von selbst zusammenfügen und Klarheit in ein unordentliches Weltbild bringen.

Medien Amok aus Winnenden

14. März 2009 um 15:12 von mac

Da ich ja schon seit langer Zeit keine tagesaktuellen Medien wie Tagesschau, Tageszeitungen oder Spiegel Online mehr konsumiere (und mein Leben seither viel besser ist) konnte ich mit dem Begriff „Winnenden“ in der Email von Dirk erst gar nichts anfangen. Erst sehr viel später hab ich über Freunde vom Amoklauf gehört und mir dann im TV und bei Spiegel Online diese beschissene Berichterstattung darüber angetan. Ich kann nicht soviel schreiben wie ich kotzen könnte.

Ich verweise auf die von René selektierten 3 Artikel zu diesem Thema:
1. Abendnachrichten
2. Kranker Kopf
3. unfassbar?

True or false?

11. Februar 2009 um 10:40 von dirk

In Putenwienern ist mehr Schweinefleisch als Putenfleisch enthalten?.

TRUE

Laut der Thekenfachkraft beim Kaisers sind 71% Schweinefleisch und lediglich 21% Putenfleisch in den Putenwienern enthalten, die es an den Theken (vermutlich bei allen Kaisers Berlin-Prenzelberg-weit) zu kaufen gibt.

Es reichen anscheinend schon 13-15% um irgendwas als Pute- bzw. Geflügel-Irgendwas zu bezeichnen. Echt hart.

Die einzigen Putenwiener die (vermutlich) nur Pute enthalten gibt´s nur abgepackt im Kühlregal. Dafür ist da dann auch fein Konservierungskram mit drin…

Ich bin – ähm – schockiert – hätt’s mir aber eigentlich denken können, daß nie das drin ist was drauf steht…. Is ja auch klar: wenns *außen* drauf steht kanns ja nicht *innen* drin sein…

Verstehen Sie?

Blog about the weather

10. Februar 2009 um 17:09 von mac

Gestern wurde deutlich, dass der Einfallswinkel der Sonne endlich mal Richtung Sommer tendiert: Die Sonne schaffte es zum ersten Mal seit wir hier wohnen über das Dach des gegenüberliegenden Hauses. Goldenes Licht durchstrahlte die Wohnung bei Sonnenuntergang.

Heute dann wieder „Early Grey“ mit Regen und Berliner Rau- und Grauheit.


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